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Wie beim Verschiebebahnhof
"Arbeitsgruppe Betuwe " richtet "dringlichen Appell" an Bahn, Bund und Land. Anlass: ein Brief des Bahnchefs, der fehlende Finanzzusagen für den Stillstand verantwortlich macht.
In den Niederlanden werden die Arbeiten an der Betuwe -Schienengüterverkehrsverbindung zwischen Rotterdam und der deutschen Grenze Ende 2006 abgeschlossen. Umso größer ist die Sorge der Betroffenen zwischen Emmerich und Oberhausen angesichts der Entwicklung am Niederrhein.
Deshalb hat sich die "Arbeitsgruppe Betuwe ", der Bürgermeister, Technische Beigeordnete und Vertreter von Bürgerinitiativen angehören, mit einem "dringlichen Appell" an Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe, NRW-Verkehrsminister Axel Horstmann und den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn gewandt. Auslöser der Initiative ist ein Schreiben von Mehdorn an den Klever Bundestagsabgeordneten Ronald Pofalla (CDU). Darin weist der Bahnchef darauf hin, dass "zurzeit weder für die Ertüchtigung der Bestandsgleise noch für den dreigleisigen Ausbau und den damit verbundenen Lärmschutz verbindliche Finanzierungszusagen des Bundes und Landes" vorlägen.
Unerträgliches Warten an den Bahnübergängen
Ohne unterzeichneten Finanzierungsvertrag werde die Bahn daher in jedem Einzelfall prüfen, ob die Planung überhaupt fortgesetzt werde. Nur wenige Tage nach dieser Stellungnahme hatte NRW-Verkehrsminister Horstmann angekündigt, nunmehr seinerseits "Druck auf die Bahn" ausüben zu wollen, um massive Verzögerungen beim Ausbau der Betuwe -Linie zu kompensieren.
Für die betroffenen Bürger sei dieses "Schwarzer-Peter-Spiel" gänzlich inakzeptabel, sind sich die Arbeitsgruppenmitglieder einig. "Es entsteht immer stärker der Eindruck, beim Thema Betuwe entwickle sich ein ,Verschiebebahnhof der Verantwortlichkeiten zwischen Bahn und Bundes- und Landesebene", so der Reeser Bürgermeister Bruno Ketteler als Vorsitzender.
Ketteler mahnt zudem die zügige Beseitigung schienengleicher Bahnübergänge an. Die Schrankenschließzeiten zwischen Emmerich und Oberhausen hätten inzwischen ein "unerträgliches Ausmaß" angenommen. Dies verschärfe nicht nur die ständige Rückstauproblematik. Viel gravierender seien Defizite, die sich angesichts geschlossener Schranken für die Erreichbarkeit einzelner Ortsteile durch Rettungsfahrzeuge ergäben.
Nur durch eine verbindliche Finanzierungsvereinbarung zwischen der Bahn, dem Bund und dem Land seien ein reibungsloser und zügiger Fortgang der Planungen und die zeitnahe Realisierung möglich. Alles andere sei für den Menschen an der Strecke unzumutbar, findet Ketteler.
14.04.2005 / NRZ-LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN
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